Newsletter 01| 2017/18 ist online

Der erste Newsletter der Saison 2017/18 steht ab heute zur Verfügung. Im Verlauf der neuen Saison wird das Team den E0711-9 konstruieren, aufbauen und bei Rennveranstaltungen einsetzen. Alle zwei Monate soll ein neuer Newsletter über die aktuellen Geschehnisse und Hintergründe im GreenTeam berichten. Die zweite Ausgabe ist für Anfang Januar geplant.
Auf insgesamt 26 Seiten widmet sich die neu gestaltete erste Ausgabe des Newsletters den folgenden Themen:

– Saisonrückblick (Teil 1)
– Bericht vom Teamfahren
– Fotoshooting mit der DHBW
– Die aktuelle Weltrangliste

Das GreenTeam wünscht viel Spaß beim Lesen (Link).

Newsletter September/Oktober 2017 – 01 | 2017/18

 

Sponsorenfest 2017

Kurz vor den ersten Formula Student Wettbewerben hatten wir noch einmal die Gelegenheit, den E0711-8 unseren Sponsoren zu präsentieren: Die Besucher unseres Sponsorenfests konnten sich das Ergebnis unserer Arbeit aus nächster Nähe ansehen, Fragen stellen und mit uns fachsimpeln. In entspannter Atmosphäre holten wir uns noch ein paar letzte Tipps und konnten so von der Expertise unserer Sponsoren profitieren. Bei Tischkicker, Getränken und belegten Brötchen ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. Wir möchten diese Gelegenheit nutzen und uns noch einmal herzlich bei all unseren Sponsorne bedanken, die dieses Projekt durch ihre Hilfe erst möglich machen: Danke, dass Sie an uns glauben!

Auf der Teststrecke

Lange haben wir darauf hingearbeitet unser Auto fahren zu sehen. Seit einigen Wochen gehen wir nun regelmäßig Testen. Jeden Morgen geht es zwischen sechs und sieben Uhr los zu einer der Teststrecken. Glücklicherweise stellt uns die Bosch GmbH ihre Teststrecken in Renningen und Schwieberdingen zur Verfügung, manchmal nutzen wir auch das ehemalige Militärgelände in Sigmaringen. Zu Beginn des Testtages baut unsere Test-Crew – in der Regel fünf bis sieben Personen – erst einmal die Strecke auf, anschließend wird das Auto eingefahren. Danach sind vorher festgelegte Tests an der Reihe, beispielsweise zu Regelung, Fahrwerk oder Aerodynamik. Dazu werden verschiedene Einstellungen, sogenannte Set-Ups, ausprobiert und miteinander verglichen. Das kann beispielsweise die Federvorspannung am Feder-Dämpfer-System, aber auch die Balance von bestimmten Aerobauteilen sein. Bestenfalls zur Mittagszeit ist der Akku dann „leer“ und muss aufgeladen werden, wobei wir darauf achten, dass der Akkustand immer zwischen 30 und 80 Prozent bleibt. Dadurch schonen wir den Akku und erhöhen seine Lebensdauer. Nach der Mittagspause sind weitere Tests an der Reihe. Wenn danach noch Akku übrig ist, machen wir zusätzlich noch Fahrertraining. Spätestens wenn es dunkel wird, baut die Test-Crew ab und fährt zurück zum Container. Im Schnitt erreichen wir 20 bis 40 Testkilometer pro Tag. Bis nächste Woche wollen wir unser Fahrzeug Set-Up beendet haben und uns allein auf das Fahrertraining konzentrieren. Ein Testtag ist intensive Arbeit: man ist von sechs bis 21 Uhr unterwegs und arbeitet möglichst effizient, egal ob die Sonne vom Himmel herunter brennt oder es in Strömen regnet! Aber es lohnt sich, wenn man endlich den Rennwagen fahren sieht, an dem man ein halbes Jahr herumgeschraubt hat. Für die Fahrer ist das Testen besonders anstrengend: Sie müssen sämtlichen Kräften entgegenhalten, die beim Fahren auf sie einwirken, und sparen sich damit das Fitnessstudio. Doch dafür werden sie mit Adrenalin pur belohnt: „Das Gefühl ist mit nichts zu vergleichen. In den Kurven erreichst du brutale Geschwindigkeiten und trotzdem denkst du dir immer, es geht noch mehr!“, schwärmt beispielsweise unser Skid Pad-Fahrer Simon Riggenmann. Bisher haben wir über 300 Testkilometer erreicht und sind damit sehr gut im Zeitplan. Dank der gründlichen Vorbereitung, fiebern wir der FS East, unserem ersten Wettbewerb in dieser Saison, mit freudiger Erwartung entgegen!

ZF Race Camp 2017

Wir haben als Team zum ersten Mal Wettbewerbserfahrung gesammelt: Beim ZF Race Camp in Friedrichshafen konnten wir Anfang Juni im Scrutineering überzeugen und uns noch mehr Sicherheit in den statischen Disziplinen verschaffen. An zwei Tagen wurde dort ein Formular Student Event inklusive fast aller relevanten Tests simuliert – sozusagen unsere Generalprobe! Wir haben bemerkt, was beim E0711-8 bereits gut funktioniert und was wir noch verbessern können. Die Erfahrung hat uns als Team noch stärker zusammen geschweißt und wir konnten auch andere Teams besser kennen lernen: Mit uns waren 23 weitere  Formular Student Teams aus ganz Europa auf dem Messe-Areal von Friedrichshafen, unter anderem auch unser Driverless-Team und das Rennteam. Es war für uns nicht nur interessant zu sehen, was unsere internationalen Mitstreiter auf die Beine gestellt haben – es hat uns auch zusätzlich motiviert! Die Solidarität unter den Teams haben wir sehr genossen, genau wie das umfangreiche Rahmenprogramm, welches wir vor Ort nutzen konnten. Wir haben Feuer gefangen und brennen mehr für unsere Sache, als je zuvor:

Feuer Frei…Stuttgart!

 

Innovative Bremsscheiben

„Wir wollen nicht einfach nur ein Rennauto bauen, sondern auch etwas Neues ausprobieren“ – das dachte sich Felix Trautwein, unser Zuständiger für Pedalerie und Bremse, zu Beginn der Konstruktionsphase. Da die Pedalerie beim Vorgängermodell E0711-7 bereits nahezu perfekt war und größtenteils übernommen werden konnte, legte er sein Hauptaugenmerk auf die Bremsen. Statt klassischer Stahl-Bremsscheiben, entwickelte er Aluminium-Bremsscheiben mit einer Titandioxid-Beschichtung. Diese Konstruktion birgt zwar ein höheres Risiko, da Aluminium schlechtere mechanische Eigenschaften als Stahl hat, dafür sind die innovativen Bremsscheiben leichter als ihre Vorgänger. Aluminium hat außerdem eine höhere Wärmespeicherkapazität als Stahl und durch die Titandioxid-Beschichtung wird ein höherer Reibwert erzeugt. Bei der Konstruktion der Bremsscheiben musste Felix im Vergleich zu den Vorgängermodellen einige Änderungen vornehmen: Statt über Floater, sind die Scheiben über ein Profil an der Radnabe befestigt. Auf dem Prüfstand des Instituts für Konstruktionstechnik und technisches Design (IKTD) der Universität Stuttgart konnten Pedalerie und Bremsen bereits überzeugen!

Aerodynamische Herausforderungen

Neues Regelwerk, neues Monocoque, neues Aeropaket: diese Saison ist wieder eine Herausforderung für unseren Aerodynamik-Strang. Die Jungs haben dank neuer Regeln nun nahezu unbegrenzten Bauraum am Frontflügel. Auch das neue Monocoque bietet mehr Platz: Der Akku ist im Gegensatz zum Vorgängermodell nicht mehr an den Seiten, sondern direkt hinter dem Fahrersitz im Inneren des Monocoques verbaut. Dadurch können größere Seitenflügel angebracht werden. Diese sorgen für mehr Abtrieb, wodurch höhere Kurvengeschwindigkeiten möglich sind. Durch die neue Akkuposition ist beim E0711-8 auch der Hinterwagen größer als bei den Vorgängermodellen, was einen größeren Heckflügel ermöglicht.

Das Heckflügelmainprofil wurde dieses Jahr eigens für den E0711-8 entwickelt: Dafür wurde ein Code der Universität Stuttgart benutzt, der eigentlich im Flugzeugbereich eingesetzt wird. Durch eine hohe Krümmung und eine geringe Dicke ist die aerodynamische Effizienz besonders hoch, das heißt hoher Abtrieb und gleichzeitig geringer Widerstand.

Bevor die Flügel gefertigt werden konnten, wurden 3D-Simulationen des Gesamtfahrzeugs auf einem Superrechner des Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) durchgeführt. Dadurch konnte die optimale Positionierung der Aerobauteile zueinander ermittelt werden.

Bei der Fertigung setzten unsere Aerodynamiker wieder auf die altbewährte Sandwichbauweise: Carbon-Laminat mit Schaumkern. Im Gegensatz zum letzten Jahr wurde bei den großen Bauteilen jedoch auf Halbschalenbau statt Vollschaum gesetzt. Die Anpassung ist zwar etwas schwieriger, weil die Profile hohl gefertigt, getrennt laminiert und anschließend verklebt werden, dafür spart man aber an Gewicht.

Die richtigen Radträger

Ein möglichst steifes Bauteil, das möglichst leicht ist: Das ist der perfekte Radträger. Unser Zuständiger, Joshua Stützle, hat sich bei der Konstruktion an den Radträgern des E0711-7 orientiert und sich für  dieselbe, bereits bewährte Fertigungsart entschieden: Unsere Radträger sind wieder 5-Achs-Frästeile aus einer hochfesten Aluminiumlegierung. „Jeder Radträger ist in nur einem Fertigungsschritt aus einem Aluminium-Block entstanden und musste nicht umgespannt werden“, erklärt Joshua. Dadurch konnten sehr geringe Fertigungstoleranzen – also kleine Abweichungen von der ursprünglichen Konstruktion – realisiert werden. Gefertigt hat die Radträger die PS-Prototypenschmiede GmbH in Leinfelden-Echterdingen. Davor hat Joshua vier Monate an der Konstruktion gearbeitet und sich beispielsweise mit den Konstrukteuren der angrenzenden Bauteile, wie der Bremse oder den Querlenkern, abgesprochen. Den ein oder anderen Arbeitsschritt musste Joshua auch öfter durchlaufen: „Die Radträger wurden etliche Male iterativ simuliert und konstruktiv optimiert“. Das Ergebnis? Jeder der vier Radträger ist in gewisser Weise einzigartig und auf fünf Lastfälle optimiert. Inzwischen sind sie sicher im E0711-8 verbaut.

Rollout 2017

Anfang Mai ist es endlich so weit: Wir können das Ergebnis von acht Monaten harter Arbeit   unseren Sponsoren, Unterstützern, Familien und Freunden präsentieren. Das diesjährige Dopperollout mit unseren Kollegen vom Rennteam ist eine Prämiere: Erstmalig stellt uns die Daimler AG die Carl-Benz-Area zur Verfügung. Dadurch können wir dem E0711-8 und dem F0711-12 einen noch exklusiveren Auftritt verschaffen. Doch nicht nur die neuen Fahrzeuge werden präsentiert, auch ein altbekanntes steht als Blickfang mitten im Foyer der Carl-Benz-Arena: Der E0711-7 wird momentan zum E7000 umgebaut, einem fahrerlosen Formula-Student-Wagen. Das Driverless-Team präsentiert ihr Projekt an unserem Rollout zum ersten Mal öffentlich – immerhin besteht es hauptsächlich aus Greenteam-Alumni.

Nach einem lockeren Empfang startet das Abendprogramm: SWR1-Moderatorin Julia Reizner führt durch den Abend, lässt Alumni und Sponsoren zu Wort kommen, kündigt emotionsstarke Videos an. Die Ludwigsburger Unplugged-Event-Band „Voice & Boys“ sorgt für eine angenehme musikalische Unterbrechung. Dann endlich, der Höhepunkt des Abends: Mit einer spektakulären Lichtshow von R&P Poductions GmbH Veranstaltungstechnik werden die beiden “Stars” des Abends enthüllt. Im perfekten Bühnenlicht glänzen der E0711-8 und der F0711-12. Was wurde im Vergleich zum Vorjahr verbessert? Gespannt lauschen die Besucher den Erklärungen der Bereichsleiter Mechanik und Elektrik. Als schließlich die Gesamtleiter auf der Bühne stehen und sich bei ihren Teams bedanken, erfüllt tosender Applaus die Carl-Benz-Arena.

Der offizielle Teil ist beendet, Menschen treffen sich auf der Bühne, um die beiden Fahrzeuge zu  bestaunen. Im Foyer wird bei Essen und Getränken geredet und gefachsimpelt. Die Stimmung: entspannt. „Echt seltsam, alle Leute hier in normalen Klamotten zu sehen“, hört man die Greenteam-Mitglieder.  Eine wichtige Station auf dem Weg in die Testphase ist geschafft, das Team motivierter denn je!

Sie wollen mehr vom Rollout 2017 sehen? Alle Videos finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

Fertigung

Im vergangenen Monat hat es unser Team geschafft, die Monoform fertig zu stellen. Alle weiteren Teile werden nun nach und nach eingebaut.

Anfang April wurde wie geplant der MainHoop angepasst und eingebaut, um dann direkt zum Pulverbeschichten fertig gemacht zu werden.

Auch der letzte Systemelektroniktest wurde durchgeführt und war erfolgreich. Ein paar Eindrücke aus den Arbeiten sind in der Bildergalerie unten zu sehen.

Nachtschichten

No sleep ‘till Rollout!“ ist das Motto!
Seit Anfang Februar arbeiten wir Tag und Nacht im Zwei-Schicht-Betrieb, um den E8 so schnell wie möglich fertigzustellen. Nachts arbeiten wir am Mono, schleifen die Form und laminieren die Schichten. Und in den nächsten Tagen starten wir die ersten Testfahrten auf der Rennstrecke.

Einen tollen Bericht über diese harte Phase hat letztes Jahr die Stuttgarter Zeitung geschrieben. Hier geht’s zum Text.

Rückblick: ZF-Teambuilding

Als Team zusammenwachsen und schlummerndes Potenzial freisetzen – selbst das beste Team kann noch etwas dazulernen. Darum nahmen wir sehr gerne an dem Teambuilding-Event unseres Sponsors ZF teil.

Neben einer Menge Spaß und einer Wanderung auf den Feldberg, lernten wir auch viel Neues durch die dort angebotenen Workshops.