Saisonrückblick – Teil 2: Formula Student Austria

Der Sieg beim ersten Wettbewerb des Jahres auf dem Euroring in Ungarn kam für die meisten Teammitglieder des GreenTeam äußerst überraschend. Die Erwartungen für die nachfolgenden Events in Spielberg, Hockenheim und Barcelona stiegen damit aber unweigerlich an.
Doch in der Nacht vor der Abreise zum zweiten Wettbewerb der Saison auf dem Red Bull Ring entdeckte das Team einen Isolationsfehler am Auto. Zwei Möglichkeiten standen dem Team jetzt offen, wie der damalige E-Leiter Philipp Mayer erläutert: Entweder das Auto verladen und mit dem Wissen um den Fehler auf das Event fahren oder versuchen, den Fehler noch in Stuttgart zu beheben und später zu fahren. „Fünf Leute sind dann später gefahren, haben über den Tag den Fehler gesucht und zum Glück auch gefunden.“
Glücklicherweise verlief das Scrutineering – mit Ausnahme des Braketests, bei dem es hintenraus etwas knapp wurde – nahezu problemlos, so dass die Verzögerung in der Anreise keinen negativen Einfluss auf die dynamischen Disziplinen hatte. In den Statics erzielte das Team unterdessen durchwegs gute bis sehr gute Ergebnisse. Ein vierter Platz im Designevent, ein zweiter Platz beim Costreport und der Sieg beim Businessplan sorgten für eine exzellente Ausgangsposition vor den dynamischen Bewerben. Den Anfang machten die Disziplinen Acceleration und Skidpad. Nachdem die Zeit des erste Acceleration Laufs deutlich hinter den Erwartungen zurück blieb, stellte das Team die Regelung neu ein und steigerte sich kontinuierlich. Am Ende sprang ein guter dritter Platz heraus. Noch besser lief es beim Skidpad. Eine hervorragende Zeit im letzten Run bescherte dem Team den Sieg mit mehr als einem Zehntel Vorsprung. Die Ausgangssituation vor dem Autocross hätte kaum besser sein können.

Regenlotterie im Autocross
„Für den Autocross am Nachmittag war ein kleinerer Regenschauer angekündigt“, erinnert sichPhilip Mayer. Der große Regenguss, der dann früher als erwartet niederprasselte, überraschte das Team aber doch. Der Autocross musste unterbrochen werden. Bis dahin hatte das GreenTeam lediglich eine schnelle Rundenzeit gesetzt. „Wir haben uns etwas verpokert“, gesteht Philipp Mayer. Die Rennleitung gab die Strecke zwar nochmals für 45 Minuten frei, sie trocknete aber nicht mehr rechtzeitig ab, so dass keine Zeitverbesserung mehr möglich war. Obwohl der Autocross also nicht nach Plan verlief, war das Endergebnis dennoch respektabel: erneut Platz drei. Trotzdem büßte das Team fast 17 Punkte auf AMZ Racing ein, die den Autocross mit einer überlegenen Bestzeit für sich entschieden. Vor dem abschließenden Endurance durften sich somit noch immer drei Teams Hoffnungen auf den Gesamtsieg machen: AMZ Racing (ETH Zürich), KA-RaceIng (KIT) und das GreenTeam.
Das Wetter am Renntag zeigte sich von seiner heißesten Seite. Den hohen Temperaturen angepasst rollte etwa AMZ Racing komplett in Alufolie eingepackt an die Startlinie des Endurance, andere drosselten die Leistung. Viele Teams befürchteten Kühlungsprobleme und entsprechend hoch war dann auch die Ausfallquote bei der 22 Kilometer langen Dauerlaufprüfung. Nur fünf Teams absolvierten die Renndistanz komplett und kamen in die Wertung. Mit Kühlungsproblemen rechnete das GreenTeam nicht. Im Gegenteil: Durch die Ölkühlung versprach sich das Team sogar Vorteile gegenüber der Konkurrenz.

Probleme im Endurance
Direkt nach dem Start dann aber der erste Schock. „Oh, was ist jetzt los?“, raunte es durch die außenstehenden Teammitglieder. Das Auto blieb einfach stehen. Drei der vier Motoren waren ausgefallen. Der notwendige System-Reset kostete Zeit und raubte Nerven, das Auto konnte aber zumindest weiterfahren. Ein Dreher vor dem Fahrerwechsel verursachte einen weiteren Schreckmoment. In der zweiten Rennhälfte sind dann nochmals die Motoren ausgefallen. Als Konsequenz musste das Rennen mit Heckantrieb und halber Leistung zu Ende gefahren werden. „Trotzdem konnten wir die gleichen Zeiten fahren wie die Konkurrenz. Das war eine starke Fahrerleistung“, bemerkt Philipp Mayer. Die Chance auf den Gesamtsieg war damit aber dahin. Zu viel Zeit und damit letztlich Punkte kosteten die Probleme im Endurance. Ein Podiumsplatz konnte das Team dennoch ergattern. Der dritte Platz aber habe sich nach dem Eventverlauf und dem Sieg in Ungarn subjektiv wie eine kleine Enttäuschung angefühlt: „Bis zum Endurance lief es fast perfekt. Dann hatten wir leider Pech. Der dritte Platz ist aber trotzdem ein starkes Ergebnis.“