Saisonrückblick – Teil 1: Formula Student East

Als unberechenbares, scheinbar technisch anfälliges Fahrzeug musste das Team den E0711-8 in der Testphase kennenlernen. Das führte gar dazu, dass manche Teammitglieder von der fest eingeplanten Reise nach Ungarn zur Formula Student East abrieten: zugunsten einer längeren Testphase. „Bis kurz vor dem ersten Wettbewerb plagten uns eine Reihe von Fehlern und Zwischenfällen“, blickt Philipp Mayer auf die anstrengende Testphase zurück.
Der Optimismus hielt sich vor der ersten Saisonveranstaltung in Ungarn folgerichtig ein wenig in Grenzen. Dennoch wollte man sich als Team der Konkurrenz stellen. Die erste Veranstaltung ist immer auch ein Gradmesser. Keiner weiß hundertprozentig, wo Auto und Team stehen – gerade mit vielen neuen Teammitgliedern, die noch wenig Erfahrung haben. Nur mit einem gut funktionierenden und abgestimmten Team stellt ich letztlich auch sportlicher Erfolg ein. Ein Rädchen muss ins andere greifen und die Abläufe müssen stimmen. Die Statics, also Business Plan, Cost Report und Design Event, setzte das Team den eigenen Vorgaben entsprechend sehr gut um und platzierte sich knapp hinter Delft auf dem zweiten Rang. Auf die mitfavorisierten Teams aus Zürich und insbesondere Karlsruhe konnte man sogar ein kleines Punktepolster aufbauen.Die dynamischen Disziplinen Skidpad, Acceleration und Autocross waren äußerst knapp. Durch den angekündigten Regen war das Timing enorm wichtig. Da die beiden pro Disziplin nominierten Fahrer jeweils nur zwei Läufe haben, versucht jedes Team die bestmöglichen Streckenbedingungen abzupassen. Bei wechselhaftem Wetter wird dieses Unterfangen schnell zum Pokerspiel. Kurz vor Schluss des Autocross, es war der letzte Versuch des Tages, gelang Delft ein finaler Run. Nachdem sie den Tag über mit einigen Problemen zu kämpfen und noch keine Zeit vorzuweisen hatten, katapultierten sie sich mit ihrer einzigen Runde direkt auf den zweiten Platz. Damit verdrängten sie das GreenTeam in letzter Sekunde auf Platz drei.

Entscheidung im Endurance
Für den abschließenden Endurance war somit alles offen. Delft, Karlsruhe (KA RaceIng) und Zürich (AMZ) durften sich neben dem GreenTeam noch Hoffnungen auf den Gesamtsieg machen. Eine Regenunterbrechung kurz vor der Entscheidung trieb die Spannung dann auf die Spitze. Während sich GreenTeam und KA RaceIng anschließend einen Kampf um jedes Zehntel lieferten, musste Zürich einen Ausfall verbuchen. Auch Delft hatte Probleme und verlor deutlich an Zeit. Das GreenTeam und Karlsruhe blieben über die gesamte Distanz Kopf an Kopf, so dass die Zahl der geschmissenen Cones (Pylonen) und die entsprechenden Strafsekunden über den Sieg im Endurance entscheiden sollte. Hochrechnungen prognostizierten nahezu identische Gesamtzeiten beider Teams. Erst die Siegerehrung löste die Anspannung. Das GreenTeam durfte gleich doppelt jubeln: Sieg im Endurance und damit zugleich der Gesamtsieg bei der Formula Student East. „Das war einfach ein überragendes Ergebnis, vor allem bezogen auf die Erwartungen, die wir vorab hatten“, erläutert Philipp Mayer. „Nicht nur das Auto, sondern auch das Team hat funktioniert. Das war schon sehr positiv!“
Gerade nach der von Defekten geprägten Testphase hatten wohl nur die kühnsten Optimisten mit einem Sieg in Ungarn gerechnet. Umso größer war die Freude im Team über den sehr starken Saisonauftakt.